Ausgabe Juli 2025 Altersvorsorge · Rente · Absicherung · Finanzpolitik Manuel Berrang · Finanzberater
Rentenwächter Der unabhängige Blick auf Ihre finanzielle Zukunft
„Wer heute nicht vorsorgt, wird morgen von anderen abhängig sein."
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Aktuell Rentenkommission warnt: Jeder dritte Deutsche unter 40 wird im Alter unter die Armutsgrenze fallen – wenn sich nichts ändert.
Titelthema
Rentenreform · Deutschland

40 Jahre gearbeitet – und trotzdem arm im Alter

Das deutsche Rentensystem steht vor dem größten Einschnitt seiner Geschichte. Wer jetzt nicht handelt, riskiert seinen Lebensstandard.

Als Bismarck 1889 die gesetzliche Rentenversicherung einführte, kamen auf jeden Rentner zwölf Arbeitnehmer. Heute sind es weniger als zwei. In zwanzig Jahren werden es noch weniger sein. Die Mathematik dahinter ist einfach – und brutal.

Die Bundesregierung diskutiert seit Jahren über Lösungen: höheres Renteneintrittsalter, Aktienrente, Pflichtversicherung für Selbstständige. Doch keine dieser Maßnahmen löst das grundlegende Problem: Es fehlen schlicht die Menschen, die in die Kasse einzahlen.

„Die gesetzliche Rente war nie als alleinige Absicherung gedacht. Sie war immer nur eine von drei Säulen."

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2024

Was die wenigsten wissen: Wer heute 35 ist und ausschließlich auf die gesetzliche Rente setzt, wird im Alter voraussichtlich weniger als 48% seines letzten Nettogehalts erhalten. Das bedeutet für viele: Altersarmut trotz jahrzehntelanger Arbeit.

Rente in Deutschland – eine Frage der Generationengerechtigkeit

48% Rentenniveau 2045

Prognostiziertes Nettorentenniveau in Deutschland laut Rentenversicherungsbericht

1,8 Arbeitnehmer pro Rentner

Aktuelles Verhältnis – 1960 waren es noch über 6 Beitragszahler

37% Altersarmut bis 2040

Anteil der Deutschen, die im Alter unter der Armutsgrenze leben könnten

Schwerpunkte
Arbeitsunfähigkeit

Was passiert, wenn Sie morgen nicht mehr arbeiten können?

Ein Unfall, eine schwere Erkrankung, ein Bandscheibenvorfall – und plötzlich bricht das Einkommen weg. Laut Statistik wird jeder vierte Deutsche vor dem Renteneintritt mindestens einmal längerfristig arbeitsunfähig. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente beträgt im Schnitt gerade einmal 862 Euro im Monat. Wovon soll man da leben – und gleichzeitig noch für das Alter sparen?

Inflation

Ihr Erspartes verliert jeden Tag an Wert

Wer 100.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto liegen lässt, verliert bei 3% Inflation jährlich 3.000 Euro an Kaufkraft – still und leise, ohne dass es auffällt. Über zwanzig Jahre entspricht das einem Wertverlust von fast 45%. Klassisches Sparen ist längst kein sicherer Weg mehr – es ist eine garantierte Entwertung in Zeitlupe.

Rentenlücke

Die stille Lücke: Was Riester Ihnen wirklich bringt

Millionen Deutsche zahlen in Riester-Verträge ein – und merken erst Jahrzehnte später, dass Gebühren und Inflation die Rendite nahezu aufgefressen haben. Verbraucherschützer warnen seit Jahren: Viele Riester-Sparer erhalten am Ende weniger heraus, als sie eingezahlt haben. Ein System, das Vertrauen verkauft – und Enttäuschung liefert.

Analyse
Politik & Rente

Merz, die Aktienrente und das große Schweigen über die echten Verlierer

Die Bundesregierung setzt auf Kapitalmarktlösungen. Doch was ist mit denen, die sich keine Aktien leisten können?

Die sogenannte Aktienrente – offiziell „Generationenkapital" – soll die gesetzliche Rente stabilisieren. 12 Milliarden Euro werden jährlich in einen staatlichen Fonds eingezahlt, der an den Kapitalmärkten investiert wird. Klingt nach einem Plan. Ist es aber keiner, der die strukturellen Probleme löst.

Denn das Generationenkapital wird nach Einschätzung von Experten selbst im optimistischen Szenario das Rentenniveau nur um etwa 0,3 Prozentpunkte stabilisieren. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Für Menschen im Niedriglohnsektor – und davon gibt es in Deutschland über acht Millionen – ändert sich damit praktisch nichts.

„Wer 40 Jahre im Mindestlohn gearbeitet hat, bekommt eine Rente, von der er in keiner deutschen Stadt würdevoll leben kann."

Institut für Wirtschaftsforschung, 2024

Die eigentliche Frage, die die Politik nicht stellt: Wie sichern sich Menschen ab, die weder über hohe Löhne noch über staatliche Privilegien verfügen? Die Antwort liegt nicht in Brüssel oder Berlin. Sie liegt in der persönlichen Eigenverantwortung – und in Anlageformen, die unabhängig vom System funktionieren.

Das müssen Sie wissen

Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein Umlageverfahren. Das bedeutet: Ihre eingezahlten Beiträge werden nicht für Sie gespart – sie werden sofort an heutige Rentner ausgezahlt. Ihre zukünftige Rente hängt davon ab, ob genug Menschen nach Ihnen einzahlen. Das ist kein Investment. Das ist ein Versprechen – das gebrochen werden kann.

Selbstständige
Berufsunfähigkeit

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